Mühlhausen im Täle

 

  Aus der Geschichte - Mühlhausen i.T. von damals bis heute!
 

 

Die Ortschaft Mühlhausen im Täle gehört zu den ältesten Siedlungen im Kreis Göppingen, wenn man von der erstmaligen Nennung in historischen Schriftquellen ausgeht. Bereits im Jahr 861 fand „Mulenhuson“ in der Gründungsurkunde des Klosters Wiesensteig Erwähnung. Dieses Kloster wurde von einem mächtigen und im Oberen Filstal reich begüterten Adeligen namens Rudolf und dessen Sohn in Einvernehmen mit König Ludwig dem Deutschen gegründet. Die Stifter statteten es mit reichen Besitztümern aus. Dabei fiel der neuen Klostergründung auch der Zehnte in „Mulenhuson“ zu.

 

Der Ortsnamen enthält die althochdeutsche Bezeichnung „muli“ für Mühle, die wiederum auf „mul“ für Zerstoßenes zurück geht. Die „-hausen“-Endung spricht dafür, dass die Siedlung bereits im 7. Jahrhundert, also mindestens 200 Jahre vor der Erstnennung, bestand.

Diesen Zeitansatz bestätigt auch die Entdeckung eines merowingerzeitlichen Reihengräberfelds des 6. und 7. Jahrhunderts in der Parkstraße. Ein weiteres Gräberfeld gleicher Zeitstellung wurde in der ehemaligen Flur „Warmen“ entdeckt. Aufgrund der großen Entfernung zum alten Mühlhausen und der Lage jenseits der Fils gehörte es jedoch zu einer anderen Ortschaft. Diese längst abgegangene Siedlung lag irgendwo südwestlich des Hohlbachs in unmittelbarer Umgebung des dortigen Bestattungsplatzes.

 

Nach Aussage des Ortsnamens entwickelte sich Mühlhausen im Umfeld einer oder mehrerer Mühlen, die hier an der Fils betrieben wurden.

Für die staufische Zeit ist eine Mühle urkundlich überliefert, die sich im Besitz eines „Esso“ befand und deshalb „Esso’s Mühle“ genannt wurde, in späterer Zeit „Exen- oder Hexenmühle“. Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte das ganze Gebiet des Oberen und Mittleren Filstales dem Grafen von Helfenstein. Zur Stauferzeit besaß ein Berthold von Mühlhausen hier eine Burg, die noch 1566 als Burgstall im Grundbuch geführt wird. Die Helfensteiner erbauten auf diesem Platz ein Schloss, das im 18. Jahrhundert vom kaiserlichen Notar bewohnt und 1780 abgerissen wurde.

 

Zur Zeit Barbarossas waren die Grafen von Helfenstein eines der mächtigsten und angesehensten schwäbischen Adelsgeschlechter. Im Zuge politischer Veränderungen blieb ihnen nur das Obere Filstal, also auch Mühlhausen. Nach dem Aussterben des Geschlechtes wurde das Gebiet als Gemeinschaftsbesitz verwaltet. Im 17. und 18. Jahrhundert hatten die verschiedensten Königshäuser Rechte und Besitzungen in Mühlhausen, bis 1806 eine Entscheidung dahingehend getroffen wurde, nach der der obere Teil des Filstales an Württemberg kommen sollte.

 

Damals gehörte Mühlhausen i.T. zum Oberamt Wiesensteig; 3 Jahre später vereinigte man dieses mit dem Oberamt Geislingen, das im Jahre 1938 dem Kreis Göppingen zugeordnet wurde, zu dem Mühlhausen im Täle heute noch gehört.

Über Jahrhunderte hinweg spielt die Landwirtschaft für Mühlhausen i.T. in wirtschaftlicher Hinsicht die entscheidende Rolle für die Bevölkerung. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich ein bescheidenes gewerbliches Leben. Nach der Währungsreform begann in Mühlhausen eine rege Bautätigkeit; im Verlauf der nun folgenden Jahre wurden zahlreiche neue Einrichtungen wie Kanalisation, Wasserversorgung u. ä. geschaffen. Heute stellt Mühlhausen im Täle eine moderne, aufstrebende Gemeinde mit einer gesunden Wirtschaftsstruktur dar, die in der Lage ist, die ihr gestellten und zu erwartenden Aufgaben und Anforderungen zum Wohle ihrer Bürger zu bewältigen. 

 

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Gemeinde Mühlhausen im Täle, Gosbacher Straße 16, 73347 Mühlhausen i.T.
gemeinde@muehlhausen-taele.de Tel.: 07335-9601-0